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WarumJeder der sein Bike ab und an mal auf den Kopf stellt oder liegend transportiert wird früher oder später in den "Genuss" kommen seine Bremse entlüften zu müssen. Bei mir war es eine kleine Undichtigkeit nach dem Kürzen der Leitungen, aus der zwar keine Flüssigkeit austrat, die aber dennoch ausreichte um Luft ins System zu bringen. Nach langsamem Druckpunktverlust konnte ich nach einer Weile den Bremshebel bis komplett an den Griff durchziehen ohne dass es eine merkliche Verzögerung durch die Bremse gab. Da das Fahren ohne Bremse meist mit Zahnverlust endet musste es dann doch sein. Werkzeug und MaterialDa ich gerade bei den Bremsen nicht unbedingt auf Experimente stehe habe ich das Entlüften mit dem von Formula erhältlichen Bleeding-Kit durchgeführt.
Das Kit kostet ca. 26 Euro :-((((( Keine Ahnung was das teure daran ist- es besteht aus zwei Kunststoffspritzen, zwei ca. 5cm langen Plastikschläuchen und zwei Adapterstücken inclusive Dichtring. Halt! Kommando zurück- jetzt habe ich das Teure gefunden- der Formula-Aufdruck auf den Spritzen!
Neben diesen beiden "Goldstücken" braucht man- das errät niemand- Bremsflüssigkeit- bei den ORO's DOT4. Die Spezifikation ist sehr wichtig, da die verschiedenen Sorten unter anderem einen unterschiedlichen Siedepunkt haben und gänzlich anders zusammengesetzt sind. Auf keinen Fall dürfen verschiedene DOT's gemischt werden!
Auf keinen Fall sollte man angebrochene Gebinde verwenden, die schon länger rumgestanden waren- Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch- das heisst, dass sie Luftfeuchtigkeit bindet und somit verwässert! Dies setzt den Siedepunkt erheblich herab und kann zum Bremsversagen führen! Weiterhin benötigt man einen 3mm Inbus-Schlüssel zum Abschrauben des Bremsgriffes, Lappen und einen Torx Grösse T10. !!!Warnung!!!Bremsflüssigkeit ist gesundheitsschädlich! Bei allen Arbeiten sind ausreichende Sicherheitsmassnahmen zu treffen! (Handschuhe, Schutzbrille usw.) Bremsflüssigkeit greift Lack und Kunststoffteile an- Spritzer auf dem Rahmen oder auf dem Reifen sind sofort zu entfernen! Die ausgewechselte Flüssigkeit oder auch das Restgebinde sind Sondermüll!!! Das von mir beschriebene Verfahren funktioniert bei mir einwandfrei- ich übernehme aber keinerlei Haftung dass es auch bei euch genauso problemlos funktioniert! Das Arbeiten an der Bremse erfordert höchste Sorgfalt und Sauberkeit! Hier geht es um eure Gesundheit! VorbereitungDie Vorbereitungen bestehen darin den Lappen griffbereit zu legen, die Spritzen zu montieren (siehe die ersten beiden Bilder) und sie mit Bremsflüssigkeit zu füllen. Hierbei wird eine der beiden Spritzen komplett (20ml) mit Bremsflüssigkeit gefüllt, die andere lediglich zu einem kleinen Teil. Die vollständig gefüllte Spritze nenne ich ab sofort Spritze 1, die andere Spritze 2.
Spritze 1 kommt an den Sattel- Spritze 2 an den Bremsgriff.
Los gehtsWie schon erwähnt gehört die Spritze 1 an den Sattel- konkret dahin wo derzeit noch die kleine, silberne Madenschraube sitzt.
Nach Entfernen der Madenschraube mit dem Torx-Schlüssel kann die Spritze aufgesetzt werden. Hierbei unbedingt auf den kleinen runden Dichtring achten!
Die Spritze 2 kommt nach der Demontage des Bremsgriffes mit dem Inbus-Schlüssel an die Schraube des Pumpenbehälters. Diese Schraube ebenfalls mit dem Torx-Schlüssel entfernen und die Spritze aufschrauben. Der Griff muss dazu senkrecht stehen. Auch hier wieder auf den kleinen Dichtring aufpassen!
Nun beginnt die eigentliche Arbeit. Durch Druck auf die Spritze 1 am Sattel wird die Flüssigkeit und auch die Luft durch das System in die Spritze 2 gedrückt. Hierbei darf die Spritze 1 (Sattel) nie ganz leer werden- klar- sonst pumpen wir uns ja wieder Luft ins System. Nachdem die frische Flüssigkeit (sieht man an der Farbe) oben in der Spritze 2 angekommen ist muss der Bremshebel auf Anschlag gebracht werden und dort gehalten werden. Hierbei hilft ein Gummiband oder ein Stückchen Draht. Hiermit ist die Verbindung zum Ausgleichsbehälter im Griff unterbrochen und das System am oberen Ende "versiegelt". Nun geht es am Sattel weiter. Durch mehrmaliges Ziehen der Spritze wird ein Unterdruck erzeugt, was bewirkt, dass etwaige im Sattel befindliche Luft in die Spritze wandert- lustig den kleinen Luftblasen zuzusehen :-) Das Ziehen wird schwerer je weniger Luft im Sattel ist. Sobald keine Blasen mehr kommen den Bremsgriff langsam freigeben und dabei Druck auf die Spritze 1 am Sattel ausüben um nochmals Flüssigkeit (keine Luft!!!) in die Spritze 2 am Griff zu drücken. Nun kann die Spritze 1 vom Sattel abgeschraubt werden. Vorsicht- hierbei treten einige Tropfen Bremsflüssigkeit aus. Jetzt den Sattel mit der vorher entnommenen Schraube und dem Dichtring wieder verschliessen. Am Bremsgriff wird nun die Spritze 2 senkrecht gehalten und vorsichtig abgeschraubt. Auch hier kann nun wieder die Schraube des Behälters eingesetzt werden. Wenn alles gut gelaufen ist sollte nun wieder ein sauberer Druckpunkt vorhanden sein. Das System unbedingt noch auf Dichtigkeit und Funktion prüfen- und zwar VOR der ersten Fahrt!
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